WiSe2026-27
Termin - Mittwochs 16-18h
Beginn: 14.10.2026 (15 Termine)
AdBK Raum - E.01.23
ecampus.adbk.de
︎ s[ at ]sonnjagenia.com
Termin - Mittwochs 16-18h
Beginn: 14.10.2026 (15 Termine)
AdBK Raum - E.01.23
ecampus.adbk.de
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Medientheorie | Medienpotenz im Datenschlamm
AdBK München/ FB Kunstpädagogik | WiSe26-27 (KP C.01.09) Studiengangsübergreifendes Angebot
Sonnja Genia Riedl | ︎︎︎sonnjagenia
Was ist ein (post-)digitales ‘Medium’ und was sagt ein Medium über seine Zeit aus? An welche Medien denken wir, wenn wir über ‘Medien’ sprechen? Was sind Zusammenhänge von Ästhetik zu Technik, Kommunikation und Interaktion? Warum gibt es Empfehlungen, angesichts einer Politik der Netze und Plattform-Ökonomien beispielsweise Mastodon und Bluesky zu benutzen? Und mit welchem eigenen Erkenntnisinteresse befragen wir diese Themen jeweils? Wie beantworten wir unsere jeweiligen Fragen nach dem ‘was’, ‘wie’, ‘mit wem’, ‘wann’ und ‘wann nicht’, oder in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen?
Die spannende Mediengeschichte zeigt weitverzweigte Entwicklungen, mit immer wieder innovativen Maschinen, Geräten, Standards, DIN-Normen und vielfältigen Interfaces (Schnittstellen), die sich permanent verändern.
Zur grundsätzlichen Verortung von Begrifflichkeiten oder Infrastrukturen, die für eine sogenannte ‘Predictive Analytics’ und für ‘Personal Profiling’ große Datenströme mit Mustererkennung verarbeiten, lohnt es sich abgesehen von allem Technik-Fokus oder human-in-the-loop-Faktoren und Dilemmatas mit “Sprachmaschinen” (Simanowski) grundlegende philosophische Fragen zu stellen, wie beispielsweise nach den immanenten Bedingtheiten von menschlichen Werkzeugen an sich zu fragen.
Dieses Seminar ist ein Studienübergreifendes Angebot, und es eignet sich auch zur Ergänzung des Studienbegleitenden Praktikums.
Die Literatur für dieses Seminar kann im print oder über LRZ Sync+Share zur Verfügung gestellt werden.
Um Anmeldung über das Studierendenportal MyCampus wird gebeten.
Photos: sonnjagenia
What is a (post-)digital “medium,” and what does a medium reveal about its era? Which media come to mind when we talk about “media”? What are the connections between aesthetics, technology, communication, and interaction? Why are there recommendations to use platforms such as Mastodon and Bluesky in light of network policies and platform economies? And what is our own intellectual interest in exploring these topics? How do we answer our respective questions about “what,” “how,” “with whom,” “when,” and “when not,” or in what order and under what conditions?
The fascinating history of media reveals far-reaching developments, featuring a constant stream of innovative machines, devices, standards, DIN norms, and diverse interfaces that are constantly changing.
To gain a fundamental understanding of the concepts and infrastructures that process large data streams using pattern recognition for so-called “predictive analytics” and “personal profiling,” it is worthwhile—setting aside any technical focus or “human-in-the-loop” factors and dilemmas—to use “language machines” (Simanowski), to ask fundamental philosophical questions—such as inquiring into the inherent conditionality of human tools themselves.
This seminar is an interdisciplinary course and is also suitable for the study-based workplacement as a supplement.
The reading materials for this seminar can be provided in print or via LRZ Sync+Share.
Please register via the MyCampus student portal.
EU AI Act seit 2. August 2026 - mit Risikostufen und (auch maschinenlesbarer) Kennzeichnungspflicht, Cyber Resilience Act ab 11. September 2026 mit Meldepflicht für Schwachstellen und Vorfälle1 - Medien und Theorien ihrer Verwendung sind in unserem exponentiellen Zeitalter in beständigem Wandel. KI-Modelle, Blockchain und Dezentralisierung, oder Ethereum2 und Identität, HCI (Human-Computer-Interaction), BCI (Brain-Computer-Interaction) mit Sensordaten und Mustererkennung, opensource Software, und viele weitere kulturelle, technische und ethische Themen - mit was sollten wir uns befassen? Mit der richtungsweisenden Publikation von Rainer Mühlhoff ‘Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus’ aus dem Jahr 2025, dem Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz der Universität Osnabrück, und Mitglied im ‘Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)?3 Oder sollten wir ausgewählte Kapitel des ausgezeichneten Buchs ‘Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz’ des Sprachphilosophen Roberto Simanowski aus dem gleichen Jahr lesen?
Die spannende Mediengeschichte zeigt weitverzweigte Entwicklungen, mit immer wieder innovativen Maschinen, Geräten, Standards, DIN-Normen und vielfältigen Interfaces (Schnittstellen), die sich permanent verändern. Digitale API’s verschiedener Museen wären auch einen oder mehrere Blicke in unsere Kulturinstitutionen wert. Was betrachten wir also? Photographie oder DOKfilme, Inszenierte Bewegtbilder oder 3D-Renderings als Film animiert auf Festplatten oder Servern? Beschäftigen wir uns mit Retrofilmen auf Super8, mit Sound Art, mit ‘Live coding audio’ oder mit Audio auf CD’s oder Kasetten oder aber mit Digital-Oszilloskopen zur Darstellung elektrischer Spannungen als Wellenformen? Untersuchen wir Massenmedien, Rundfunk oder Printpublikationen, oder aber versuchen wir, Strukturen von Machtverschiebungen bei digitalen Plattformen sozialer Medien zu erfassen? Oder Filterblasen und Echokammern, inmitten von feeds und rankings? Wir könnten auch die Bandbreite zeitgenössischer hybrider audiovisueller Formate darstellen. Oder die dünnen Kabel bei den kleinen Mikrocontrollern von Arduino UNO4, bei den Modulen von Adafruit Industries5, oder beim RaspberryPi6 - dem mächtigen kleinenEinplatinen-Computer umstecken, um etwas über all diese Geräte durch Ausprobieren kennenzulernen.
Was ist ein (post-)digitales ‘Medium’ und was sagt ein Medium über seine Zeit aus?An welche Medien denken wir, wenn wir über ‘Medien’ sprechen? Was sind Zusammenhänge von Ästhetik zu Technik, Kommunikation und Interaktion? Warum gibt es Empfehlungen, angesichts einer Politik der Netze und Plattformökonomien beispielsweise Mastodon und Bluesky zu benutzen? Und mit welchem eigenen Erkenntnisinteresse befragen wir diese Themen jeweils? Wie beantworten wir unsere jeweiligen Fragen nach dem ‘was’, ‘wie’, ‘mit wem’, ‘wann’ und ‘wann nicht’, oder in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen?
Zur grundsätzlichen Verortung von Begrifflichkeiten oder Infrastrukturen, die für eine sogenannte ‘Predictive Analytics’ und für ‘Personal Profiling’ große Datenströme mit Mustererkennung verarbeiten, lohnt es sich abgesehen von allem Technik-Fokus oder human-in-the-loop-Faktoren und Dilemmatas mit “Sprachmaschinen” (Simanowski) grundlegende philosophische Fragen zu stellen, wie beispielsweise nach den immanenten Bedingtheiten von menschlichen Werkzeugen an sich zu fragen. Wesentlich scheint auch, sich selbst zu beobachten, um der persönlichen Verantwortung in den eigenen vier (emotionalen) Wänden und für die erlebte Innerlichkeit und Integrität einer (post-)digitalen Selbstverteidigung mehr im Sinne eines Agierens als eines Reagierens nachzukommen. Ist die natürliche Stille für die Resonanz von Wesentlichem eine unvermittelte Antwort? Denn was wir besitzen, das besitzt uns. Auch im digitalen Raum dualer Signale.
Um Betrachtungen einzugrenzen und zu fokussieren werden wir in diesem Seminar zur Medientheorie damit beginnen, Auszüge aus ‘The Virtual Window. From Alberti to Microsoft’ von Anne Friedberg aus dem Jahr 2006 zu lesen, und beispielsweise immer wieder folgende Themenbereiche umkreisen: Rahmen7, Lochkarte8, Filter9, Portrait10 - auf der Suche nach basalen Grundkonzepten und Begriffen, um Medien oder Kunst, und gestalterische Wirkungen, technische Funktionsweisen oder kulturelle und soziale Funktionen und eine Ästhetik von Medien zu beschreiben.
Wir besprechen hierzu pro Seminartreffen eine/n der folgenden 14 Künstlerinnen und Künstler und beleuchten eine Auswahl ihrer Werke unter oben genannten Themenbereichen.
Begleitende Fragestellungen hierzu könnten unter anderem sein:
Was ist ein Bild? Was ist Kunst? Was sind proprietäre (geschlossene) oder offene maschinelle Modelle der sog. ‘KI’? Und was verstehen wir unter Ästhetik der Kunst oder unter ‘Ästhetik der KI’11? Unsere Bildkultur und Visuelle Erkenntnistheorie (Épistémologie) hängen eng verwoben mit medialer Informationsdarstellung, Slopaganda12, angeblichen Messbarkeiten zusammen, und mit Vermittlung und Interpretation bzw. mit unseren individuellen als auch kollektiven Bedeutungs-Zuweisungen. Welche Relevanz haben hierbei systematische Verzerrungen (Bias) und Deepfakes? Was ist unter Datenhoheit zu verstehen? Welche ISO-Normen für ‘Linked Open Data’ sind für den Zugang zu Ressourcen des Kulturerbes für ein kulturelles Gedächtnis relevant? Welche Metadatenstandards gibt es für Langzeitarchivierung?
Wer sich noch basalere Fragen stellen will, könnte weiteren Reflexionen nachgehen: Was sind unsere momentanen Grundannahmen über die Welt und über uns selbst (Anthropologie)? Welche Aussagen der Kritischen Theorie (z.B. von Theodor Adorno oder Erich Fromm) oder der Technikphilosophie (z.B. von Marshall McLuhan oder von Max Bense) sind relevant? Und letztlich: welche der mannigfaltigen Pfade im Geflecht möglicher Perspektiven oder deren Einschränkungen durch “Sprachmaschinen” (Simanowski), Fragen und Haltungen sollten wir also mit welchen Vorannahmen und Begriffsauffassungen auf unseren Befragungen und Betrachtungen zu Medien beobachen oder betreten? Was bedeutet in alledem unsere ganz persönliche Sinnlichkeit und Wahrnehmung und die eigene Entwicklung dieser im Kontext von Medien, Medientheorie und Medienphilosophie13 und Epistemologien ästhetischer Praktiken?14
Anmerkungen
(2026-08-23) 1 bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html
2 ethereum.org
3
und vgl. auch die Aussagen des Bild- und Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Roland Meyer der ZHdK (Zürich) zu Datenmustern, personalisierten Profilen von Social Media und “generativer KI” als “politischem Projekt”, das einer “Logik der rücksichtslosen Extraktion und schrankenlosen Expansion” folgt (vgl. sein Vortrag an der Philipps-Universität Marburg zur Abschlusstagung des SPP- bzw. DFG-Projektes “Das digitale Bild”).
4 arduino.cc | Ein Arduino kann für interaktive Installationen bzw. für User-Interaktion mit Software-Apps wie Processing, Max/MSP, PureData, SuperCollider, vvvv u.a. verwendet werden, (vgl. de.wikipedia.org) Die Entwicklungsumgebung (IDE) von Arduino basiert auf Processing.5 adafruit.com | ‘Adafruit Industries’ wurde 2005 von der MIT-Studentin Limor ‘Ladyada’ Fried gegründet, deren Online-Spitzname ‘Ladyada’ auf Ada Lovelace zurückgeht, (vgl. en.wikipedia.org). “Back in 2005, MIT engineering graduate student Limor Fried was procrastinating hard on finishing the "busy work" of her final thesis by building her own portable music player. From scratch. Her classmates (...) asked how they could build their own. Fried started selling little kits with all the electronics they needed to get started.”vgl. businessinsider.com/adafruit-industries-limor-fried-on-bootstrapping-a-startup-2015-8
6 raspberrypi.com
7 zu Rahmen:
8 zu Lochkarte:
technikmuseum.berlin/ausstellungen/dauerausstellungen/textiltechnik | Jaquard-Webstuhl
technikmuseum.berlin/ausstellungen/dauerausstellungen/informatik | Zuse Z1
Black, Edwin, IBM and theHolocaust: The Strategic Alliance between Nazi Germany and America’s Most Powerful Corporaion, 2001 de.wikipedia.org/wiki/IBM_und_der_Holocaust
9 zu Filter (bzw. KI als ‘Verhinderungsbibliothekarin’, ‘Werte-Export’ und ‘Entmündigungsschichen):
10 zu Portrait (bzw. Maske):
Belting, Hans, Faces. Eine Geschichte des Gesichts, C. H. Beck, 2013
11 Der Titel der reichhaltigen Vorlesung von Prof. Dr. Harald Klinke (dahj.org) im SoSe 2026 der LMU München lautete: ‘Ästhetik der KI’. Für ihn sind “KI-Bilder (...) Ergebnisse symbolischer, technischer und kultureller Infrastrukturen, die Wahrnehmung, Stil, Entwurf und Sichtbarkeit neu ordnen.” Eine “erweiterte Bildwissenschaft (...) betrachtet Bilder [somit] (...) als Produkte von Daten, Modellen, Plattformen und menschlicher Gestaltung.” (vgl. harald-klinke.de) 12 vgl. Klincewicz, Michal, Mark Alfano, Amir Ebrahimi Fard, Slopaganda: The interaction between propaganda and generative AI. 2025; zitiert von Prof. Dr. H. Klinke in seiner Vorlesung ‘Ästhetik der KI’, s.o.
13 Wahrnehmungspsychologische oder Philosophische Fragestellungen hierzu: Was können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen? Kommen Betrachtungen gleichzeitig mit Befragungen, oder sind uns unvoreingenommene offene Betrachtungen überhaupt möglich? Betrachten wir nicht vornehmlich lediglich Aspekte, über die wir etwas wissen, oder die wir für möglich halten?
14 zhdk.ch/doktorat/epistemologien-aesthetischer-praktiken-9145 | Prof. Dr. Roland Meyer
Literatur
︎Leistungsnachweis Studierende:
Exkursion | optional
nach Berlin zum Technikmuseum | Lochkarte für Textil/ Jaquardmuster und Informatik/Zuse Z3
bzw. zum ZLF der Universität Passau/ ‘Filter+KI’ Christian Reitmaier
Ausstellungsbesuch
Formalia für (optionale, benotete) Hausarbeit
Umfang: ca. 12 Seiten, ohne Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang. Falls die Abbildungen in den Text eingefügt werden, ist die Textmenge analog zu kalkulieren. Weitere Text-Kapitel oder Abhandlungen können in die Fußnoten integriert werden, oder aber in einen Text-Anhang.
Abgabe Hausarbeit
Zum Semesterende bis max. 4 Wochen danach via Zusendung, mit den Bildern in aussagekräftiger Beschriftung extra und den Haupt-Quellen extra.
Für weitere Fragestellungen ist als Nachschlagewerk der Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten im Fach Kunstgeschichte hilfreich.
AdBK München/ FB Kunstpädagogik | WiSe26-27 (KP C.01.09) Studiengangsübergreifendes Angebot
Sonnja Genia Riedl | ︎︎︎sonnjagenia
Was ist ein (post-)digitales ‘Medium’ und was sagt ein Medium über seine Zeit aus? An welche Medien denken wir, wenn wir über ‘Medien’ sprechen? Was sind Zusammenhänge von Ästhetik zu Technik, Kommunikation und Interaktion? Warum gibt es Empfehlungen, angesichts einer Politik der Netze und Plattform-Ökonomien beispielsweise Mastodon und Bluesky zu benutzen? Und mit welchem eigenen Erkenntnisinteresse befragen wir diese Themen jeweils? Wie beantworten wir unsere jeweiligen Fragen nach dem ‘was’, ‘wie’, ‘mit wem’, ‘wann’ und ‘wann nicht’, oder in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen?
Die spannende Mediengeschichte zeigt weitverzweigte Entwicklungen, mit immer wieder innovativen Maschinen, Geräten, Standards, DIN-Normen und vielfältigen Interfaces (Schnittstellen), die sich permanent verändern.
Zur grundsätzlichen Verortung von Begrifflichkeiten oder Infrastrukturen, die für eine sogenannte ‘Predictive Analytics’ und für ‘Personal Profiling’ große Datenströme mit Mustererkennung verarbeiten, lohnt es sich abgesehen von allem Technik-Fokus oder human-in-the-loop-Faktoren und Dilemmatas mit “Sprachmaschinen” (Simanowski) grundlegende philosophische Fragen zu stellen, wie beispielsweise nach den immanenten Bedingtheiten von menschlichen Werkzeugen an sich zu fragen.
Dieses Seminar ist ein Studienübergreifendes Angebot, und es eignet sich auch zur Ergänzung des Studienbegleitenden Praktikums.
Die Literatur für dieses Seminar kann im print oder über LRZ Sync+Share zur Verfügung gestellt werden.
Um Anmeldung über das Studierendenportal MyCampus wird gebeten.
What is a (post-)digital “medium,” and what does a medium reveal about its era? Which media come to mind when we talk about “media”? What are the connections between aesthetics, technology, communication, and interaction? Why are there recommendations to use platforms such as Mastodon and Bluesky in light of network policies and platform economies? And what is our own intellectual interest in exploring these topics? How do we answer our respective questions about “what,” “how,” “with whom,” “when,” and “when not,” or in what order and under what conditions?
The fascinating history of media reveals far-reaching developments, featuring a constant stream of innovative machines, devices, standards, DIN norms, and diverse interfaces that are constantly changing.
To gain a fundamental understanding of the concepts and infrastructures that process large data streams using pattern recognition for so-called “predictive analytics” and “personal profiling,” it is worthwhile—setting aside any technical focus or “human-in-the-loop” factors and dilemmas—to use “language machines” (Simanowski), to ask fundamental philosophical questions—such as inquiring into the inherent conditionality of human tools themselves.
This seminar is an interdisciplinary course and is also suitable for the study-based workplacement as a supplement.
The reading materials for this seminar can be provided in print or via LRZ Sync+Share.
Please register via the MyCampus student portal.
EU AI Act seit 2. August 2026 - mit Risikostufen und (auch maschinenlesbarer) Kennzeichnungspflicht, Cyber Resilience Act ab 11. September 2026 mit Meldepflicht für Schwachstellen und Vorfälle1 - Medien und Theorien ihrer Verwendung sind in unserem exponentiellen Zeitalter in beständigem Wandel. KI-Modelle, Blockchain und Dezentralisierung, oder Ethereum2 und Identität, HCI (Human-Computer-Interaction), BCI (Brain-Computer-Interaction) mit Sensordaten und Mustererkennung, opensource Software, und viele weitere kulturelle, technische und ethische Themen - mit was sollten wir uns befassen? Mit der richtungsweisenden Publikation von Rainer Mühlhoff ‘Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus’ aus dem Jahr 2025, dem Professor für Ethik der Künstlichen Intelligenz der Universität Osnabrück, und Mitglied im ‘Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF)?3 Oder sollten wir ausgewählte Kapitel des ausgezeichneten Buchs ‘Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz’ des Sprachphilosophen Roberto Simanowski aus dem gleichen Jahr lesen?
Die spannende Mediengeschichte zeigt weitverzweigte Entwicklungen, mit immer wieder innovativen Maschinen, Geräten, Standards, DIN-Normen und vielfältigen Interfaces (Schnittstellen), die sich permanent verändern. Digitale API’s verschiedener Museen wären auch einen oder mehrere Blicke in unsere Kulturinstitutionen wert. Was betrachten wir also? Photographie oder DOKfilme, Inszenierte Bewegtbilder oder 3D-Renderings als Film animiert auf Festplatten oder Servern? Beschäftigen wir uns mit Retrofilmen auf Super8, mit Sound Art, mit ‘Live coding audio’ oder mit Audio auf CD’s oder Kasetten oder aber mit Digital-Oszilloskopen zur Darstellung elektrischer Spannungen als Wellenformen? Untersuchen wir Massenmedien, Rundfunk oder Printpublikationen, oder aber versuchen wir, Strukturen von Machtverschiebungen bei digitalen Plattformen sozialer Medien zu erfassen? Oder Filterblasen und Echokammern, inmitten von feeds und rankings? Wir könnten auch die Bandbreite zeitgenössischer hybrider audiovisueller Formate darstellen. Oder die dünnen Kabel bei den kleinen Mikrocontrollern von Arduino UNO4, bei den Modulen von Adafruit Industries5, oder beim RaspberryPi6 - dem mächtigen kleinenEinplatinen-Computer umstecken, um etwas über all diese Geräte durch Ausprobieren kennenzulernen.
Was ist ein (post-)digitales ‘Medium’ und was sagt ein Medium über seine Zeit aus?An welche Medien denken wir, wenn wir über ‘Medien’ sprechen? Was sind Zusammenhänge von Ästhetik zu Technik, Kommunikation und Interaktion? Warum gibt es Empfehlungen, angesichts einer Politik der Netze und Plattformökonomien beispielsweise Mastodon und Bluesky zu benutzen? Und mit welchem eigenen Erkenntnisinteresse befragen wir diese Themen jeweils? Wie beantworten wir unsere jeweiligen Fragen nach dem ‘was’, ‘wie’, ‘mit wem’, ‘wann’ und ‘wann nicht’, oder in welcher Reihenfolge und unter welchen Bedingungen?
Zur grundsätzlichen Verortung von Begrifflichkeiten oder Infrastrukturen, die für eine sogenannte ‘Predictive Analytics’ und für ‘Personal Profiling’ große Datenströme mit Mustererkennung verarbeiten, lohnt es sich abgesehen von allem Technik-Fokus oder human-in-the-loop-Faktoren und Dilemmatas mit “Sprachmaschinen” (Simanowski) grundlegende philosophische Fragen zu stellen, wie beispielsweise nach den immanenten Bedingtheiten von menschlichen Werkzeugen an sich zu fragen. Wesentlich scheint auch, sich selbst zu beobachten, um der persönlichen Verantwortung in den eigenen vier (emotionalen) Wänden und für die erlebte Innerlichkeit und Integrität einer (post-)digitalen Selbstverteidigung mehr im Sinne eines Agierens als eines Reagierens nachzukommen. Ist die natürliche Stille für die Resonanz von Wesentlichem eine unvermittelte Antwort? Denn was wir besitzen, das besitzt uns. Auch im digitalen Raum dualer Signale.
Um Betrachtungen einzugrenzen und zu fokussieren werden wir in diesem Seminar zur Medientheorie damit beginnen, Auszüge aus ‘The Virtual Window. From Alberti to Microsoft’ von Anne Friedberg aus dem Jahr 2006 zu lesen, und beispielsweise immer wieder folgende Themenbereiche umkreisen: Rahmen7, Lochkarte8, Filter9, Portrait10 - auf der Suche nach basalen Grundkonzepten und Begriffen, um Medien oder Kunst, und gestalterische Wirkungen, technische Funktionsweisen oder kulturelle und soziale Funktionen und eine Ästhetik von Medien zu beschreiben.
Wir besprechen hierzu pro Seminartreffen eine/n der folgenden 14 Künstlerinnen und Künstler und beleuchten eine Auswahl ihrer Werke unter oben genannten Themenbereichen.
- Joy Buolamwini [Maske, Überwachung] poetofcode.com
- Sarah Ciston [Daten in dual-use (zivil und militärisch)] aiwar.cloud, sarahciston.com
- Kate Crawford [KI, Trainingsdaten, Datasets]knowingmachines.org, calculatingempires.net, excavating.ai, anatomyof.ai, katecrawford.net
- Vali Export [Feminismus, Performance] valieexport.at
- Mario Klingemann [neural glitch/ GAN, digitales Original] quasimondo.com
- Harun Farocki [XR und Film in militärischem Kontext]harunfarocki.de
- Rosa Menkman [glitch, Datei-Kompressionsformate] beyondresolution.info
- Mimi Onuoha [missing datasets, Sichtbarkeit von Kulturen] mimi-onuoha-9s0o.squarespace.com
- Pipilotti Rist [(feminine) Identität, Audiovisualität] pipilottirist.net
- Julian Rosefeld [Sound, Filminstallation] julianrosefeldt.com
- Hito Steyerl mit Francis Hunger und der Klasse generative media [Verflechtungen von Kunst und Militär] generativemedia.net, carrier-bag.net
- Steina Vasulka [Klang, Bild und Signal] vasulkalivearchive.net
- Simon Weckert [Hacking, Performance] analognative.net
- Peter Weibel [Austellungskuration, Rekursion] peter-weibel.at
Begleitende Fragestellungen hierzu könnten unter anderem sein:
Was ist ein Bild? Was ist Kunst? Was sind proprietäre (geschlossene) oder offene maschinelle Modelle der sog. ‘KI’? Und was verstehen wir unter Ästhetik der Kunst oder unter ‘Ästhetik der KI’11? Unsere Bildkultur und Visuelle Erkenntnistheorie (Épistémologie) hängen eng verwoben mit medialer Informationsdarstellung, Slopaganda12, angeblichen Messbarkeiten zusammen, und mit Vermittlung und Interpretation bzw. mit unseren individuellen als auch kollektiven Bedeutungs-Zuweisungen. Welche Relevanz haben hierbei systematische Verzerrungen (Bias) und Deepfakes? Was ist unter Datenhoheit zu verstehen? Welche ISO-Normen für ‘Linked Open Data’ sind für den Zugang zu Ressourcen des Kulturerbes für ein kulturelles Gedächtnis relevant? Welche Metadatenstandards gibt es für Langzeitarchivierung?
Wer sich noch basalere Fragen stellen will, könnte weiteren Reflexionen nachgehen: Was sind unsere momentanen Grundannahmen über die Welt und über uns selbst (Anthropologie)? Welche Aussagen der Kritischen Theorie (z.B. von Theodor Adorno oder Erich Fromm) oder der Technikphilosophie (z.B. von Marshall McLuhan oder von Max Bense) sind relevant? Und letztlich: welche der mannigfaltigen Pfade im Geflecht möglicher Perspektiven oder deren Einschränkungen durch “Sprachmaschinen” (Simanowski), Fragen und Haltungen sollten wir also mit welchen Vorannahmen und Begriffsauffassungen auf unseren Befragungen und Betrachtungen zu Medien beobachen oder betreten? Was bedeutet in alledem unsere ganz persönliche Sinnlichkeit und Wahrnehmung und die eigene Entwicklung dieser im Kontext von Medien, Medientheorie und Medienphilosophie13 und Epistemologien ästhetischer Praktiken?14
Anmerkungen
(2026-08-23) 1 bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Cyber_Resilience_Act/cyber_resilience_act_node.html
2 ethereum.org
3
Mühlhoff, Rainer, Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus, Reclam, 2025;
vgl. auch rainermuehlhoff.de des Philosophie-Professors Prof. Dr. Rainer Mühlhoff der Universität Osnabrück.und vgl. auch die Aussagen des Bild- und Medienwissenschaftlers Prof. Dr. Roland Meyer der ZHdK (Zürich) zu Datenmustern, personalisierten Profilen von Social Media und “generativer KI” als “politischem Projekt”, das einer “Logik der rücksichtslosen Extraktion und schrankenlosen Expansion” folgt (vgl. sein Vortrag an der Philipps-Universität Marburg zur Abschlusstagung des SPP- bzw. DFG-Projektes “Das digitale Bild”).
4 arduino.cc | Ein Arduino kann für interaktive Installationen bzw. für User-Interaktion mit Software-Apps wie Processing, Max/MSP, PureData, SuperCollider, vvvv u.a. verwendet werden, (vgl. de.wikipedia.org) Die Entwicklungsumgebung (IDE) von Arduino basiert auf Processing.5 adafruit.com | ‘Adafruit Industries’ wurde 2005 von der MIT-Studentin Limor ‘Ladyada’ Fried gegründet, deren Online-Spitzname ‘Ladyada’ auf Ada Lovelace zurückgeht, (vgl. en.wikipedia.org). “Back in 2005, MIT engineering graduate student Limor Fried was procrastinating hard on finishing the "busy work" of her final thesis by building her own portable music player. From scratch. Her classmates (...) asked how they could build their own. Fried started selling little kits with all the electronics they needed to get started.”vgl. businessinsider.com/adafruit-industries-limor-fried-on-bootstrapping-a-startup-2015-8
6 raspberrypi.com
7 zu Rahmen:
Friedberg, Anne, The Virtual Window. Von Alberti bis Microsoft, MIT Press, 2006
8 zu Lochkarte:
technikmuseum.berlin/ausstellungen/dauerausstellungen/textiltechnik | Jaquard-Webstuhl
technikmuseum.berlin/ausstellungen/dauerausstellungen/informatik | Zuse Z1
Black, Edwin, IBM and theHolocaust: The Strategic Alliance between Nazi Germany and America’s Most Powerful Corporaion, 2001 de.wikipedia.org/wiki/IBM_und_der_Holocaust
9 zu Filter (bzw. KI als ‘Verhinderungsbibliothekarin’, ‘Werte-Export’ und ‘Entmündigungsschichen):
Simanowski, Roberto, Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz, C. H. Beck, 2025
10 zu Portrait (bzw. Maske):
Belting, Hans, Faces. Eine Geschichte des Gesichts, C. H. Beck, 2013
11 Der Titel der reichhaltigen Vorlesung von Prof. Dr. Harald Klinke (dahj.org) im SoSe 2026 der LMU München lautete: ‘Ästhetik der KI’. Für ihn sind “KI-Bilder (...) Ergebnisse symbolischer, technischer und kultureller Infrastrukturen, die Wahrnehmung, Stil, Entwurf und Sichtbarkeit neu ordnen.” Eine “erweiterte Bildwissenschaft (...) betrachtet Bilder [somit] (...) als Produkte von Daten, Modellen, Plattformen und menschlicher Gestaltung.” (vgl. harald-klinke.de) 12 vgl. Klincewicz, Michal, Mark Alfano, Amir Ebrahimi Fard, Slopaganda: The interaction between propaganda and generative AI. 2025; zitiert von Prof. Dr. H. Klinke in seiner Vorlesung ‘Ästhetik der KI’, s.o.
13 Wahrnehmungspsychologische oder Philosophische Fragestellungen hierzu: Was können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen? Kommen Betrachtungen gleichzeitig mit Befragungen, oder sind uns unvoreingenommene offene Betrachtungen überhaupt möglich? Betrachten wir nicht vornehmlich lediglich Aspekte, über die wir etwas wissen, oder die wir für möglich halten?
14 zhdk.ch/doktorat/epistemologien-aesthetischer-praktiken-9145 | Prof. Dr. Roland Meyer
Literatur
Benjamin, Walter, Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, orig. (franz) 1936, Reclam Verlag, 2011
Crawford, Kate, Atlas of AI, Yale University Press, 2021
Friedberg, Anne, The Virtual Window. Von Alberti bis Microsoft, MIT Press, 2006
Simanowski, Roberto, Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz, C. H. Beck, 2025
Steyerl, Hito, In Defense of the poor image, 2009
Links
kunstuni-linz.at/kunstforschung/colabs/aktuelle-colabs
kunstuni-linz.at/kunstforschung/colabs/co-lab-ai
de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser | zu Symbolen, Technobildern und Code
web.archive.org/web/20120214194015/http://www.stanford.edu/dept/HPS/Haraway/CyborgManifesto.html | Donna Haraway, A Cyborg Manifesto
Crawford, Kate, Atlas of AI, Yale University Press, 2021
Friedberg, Anne, The Virtual Window. Von Alberti bis Microsoft, MIT Press, 2006
Simanowski, Roberto, Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz, C. H. Beck, 2025
Steyerl, Hito, In Defense of the poor image, 2009
Links
kunstuni-linz.at/kunstforschung/colabs/aktuelle-colabs
kunstuni-linz.at/kunstforschung/colabs/co-lab-ai
de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser | zu Symbolen, Technobildern und Code
web.archive.org/web/20120214194015/http://www.stanford.edu/dept/HPS/Haraway/CyborgManifesto.html | Donna Haraway, A Cyborg Manifesto
︎Leistungsnachweis Studierende:
- Regelmäßige aktive Teilnahme
- schriftliche Kommentierung der Literatur (ausgewälte Kapitel aus Friedberg, Simanowski, s.o.) in wöchentl. Etappen jeweils bis 1 Tag vor der nächsten Plenumsbesprechung
- Kurzreferat (über Künstler/-in)
Abschluss des Seminars: (bestanden/ nicht bestanden).
Exkursion | optional
nach Berlin zum Technikmuseum | Lochkarte für Textil/ Jaquardmuster und Informatik/Zuse Z3
bzw. zum ZLF der Universität Passau/ ‘Filter+KI’ Christian Reitmaier
Ausstellungsbesuch
︎︎︎hausderkunst.de | Steina Vasulka
Formalia für (optionale, benotete) Hausarbeit
Umfang: ca. 12 Seiten, ohne Titelblatt, Inhaltsverzeichnis und Anhang. Falls die Abbildungen in den Text eingefügt werden, ist die Textmenge analog zu kalkulieren. Weitere Text-Kapitel oder Abhandlungen können in die Fußnoten integriert werden, oder aber in einen Text-Anhang.
Abgabe Hausarbeit
Zum Semesterende bis max. 4 Wochen danach via Zusendung, mit den Bildern in aussagekräftiger Beschriftung extra und den Haupt-Quellen extra.
Für weitere Fragestellungen ist als Nachschlagewerk der Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten im Fach Kunstgeschichte hilfreich.
