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Kunstrat Bayern
AdBK München


Ist die digitale Maske bzw. der Latente Raum
im kollektiven SELBSTbild als Gesellschaftsportrait unsichtbar?


Latenzraum & SELBSTbild | Bild ︎KI
- Die Bedeutung von Filmbildung -
Sonnja Genia Riedl
︎︎︎sonnjagenia.com

Kunstrat Bayern
AdBK München

2026-07-24

Ist die digitale Maske bzw. der Latente Raum im kollektiven SELBSTbild als Gesellschaftsportrait unsichtbar? ︎︎︎

Die Bedeutung von Filmbildung und vom fächerübergreifenden Arbeiten am Beispiel der Fächer Kunst in Kollaboration mit Fachgebieten wie z.B. Deutsch, Ethik, Informatik, Physik oder/und Musik.



Kernaspekte


“global disconnect”
(Prof. Dr. Boris Cuchovic-Berger, Kunstgeschichte LMU)

"Bindung kommt vor Bildung –
Beziehung kommt vor Erziehung" (vgl. Trainingsprogramm zur Erweiterung der sozio- emotionalen Kompetenzen von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern | Claudia Kempter, BRin./ALP Dillingen a. d. Donau)



10 mögliche Fragen an die Kunstpädagogik


1. Was sind die Auswirkungen von ‘Slopaganda’ (Dr. H. Klinke) in den Sozialen Netzwerken?
2. Können Maschinen Kunst bzw. in welchen  Formen, Formaten und Rahmungen wirken unsere Werkzeuge auf uns zurück?
3. Wie ändert ‘KI’ die Art und Weise, wie wir Menschen Kunst oder Filme machen bzw. was bedeutet das für die Filmbildung in Unterricht und Lehre?
4. Wie machen manche der sog. ‘synthesis models’ ‘Kunst’?
5. Wie lauten medientheoretische und ethische strukturelle Kernfragen zu Kunst und den sog. ‘KI’-Architekturen - angesichts offener Lernräume, Werkstattarbeit in Kunstpädagogik und digitaler Prüfungskultur?
6. Was bedeutet es für uns, wenn ein wesentlicher Anteil von Bildern heutzutage nicht mehr für Menschen, sondern für Maschinen gemacht wird und die Content-Produkion (Text) von Mensch-Maschine mittlerweile paritätisch (gleichhoch) ist?
7. Vermittelte Kommunikation und ‘global disconnect’ (Prof. Dr. Boris Cuchovic-Berger), und sind KI-Apps unser aller BYOD-Maschinen Tools zur Co-Kreation oder False Friends? 
8. Ist die digitale Maske oder der Latenzraum im kollektiven SELBSTbild als Gesellschaftsportrait unsichtbar?
9. Was genau bedeutet Freiheit im Persönlichen und Unabhängigkeit im Digitalen Raum von HighTech-Konzernen für uns in Europa (EuroStack/ digitale Architekturen)?
10. Wie können wir ‘Visual Infrastructure Studies’ (Dr. H. Klinke) in die Didaktik der Kunstpädagogik integrieren?


︎Dieser kurze Impuls-Vortrag beleuchtet ästhetische, technische und politische Dimensionen von KI aus der Perspektive des Kunstunterrichts und betont audiovisuelle bzw. filmische Handlungsansätze für Medienkompetenz und digitale Selbstverteidigung.  
 © bei den jeweiligen Publikationen bzw. Autor/-innen.

︎Haben wir überhaupt Kategorien, um kritisch zu KI-Entwicklungen und Metaspaces zu sein, oder arbeiten wir mit Instrumentarien, die Teil des Problems hegemonialer Machtstrukturen sind?

︎“Als politisches Projekt folgt generative KI einer Logik der rücksichtslosen Extraktion und schrankenlosen Expansion. Als Bildtechnologie verstärkt generative KI die visuelle Präsenz derjenigen, die bereits hochgradig sichtbar sind, während sie die unsichtbar macht, die bereits marginalisiert sind.” (Meyer, 2025; 1) Es ist nach widerständigen Praktiken zu fragen, die es zu beobachten gilt und nach solchen, die wir selbst zu entwickeln in der Lage sind.
1) vgl. Roland Meyer der UZH/ZHdK Zürich und seinen Gastvortrag “Nostalgie und Grausamkeit. Synthetische Bildwelten des digitalen Faschismus”, DFG-Tagung “Das digitale Bild”, Universität Marburg, 2025

Es ist für uns alle wichtig, Handhabung von KI-Anwendungen auszuprobieren, um neue Möglichkeiten auszuloten und Ergebnisqualitäten diskutieren zu können. Einzelne Apps können mittlerweile Kontinuitäten in Figuren und Objekten verfolgen, was beispielsweise für das narrative filmische Erzählen mit KI entscheidend ist.

︎Es lohnt sich,  exemplarisch einzelne interessante Arbeiten aus dem Kunstunterricht zu betrachten, die mit KI als Tool bzw. als Thematik gearbeitet haben.

© digilab.fau.de, deutsches-schulportal.de,  DigCompEdu Bavaria 

Ästhetische Perspektiven sind von gesellschaftlichen und politischen nicht zu trennen und Entwicklungen in unseren zuehmend authoritativen Gesellschaften maskuliner Dominanz schreiten weiter rasant voran. Und die unterschiedlichen erstaunlichen Funktionsweisen von grundsätzlich ungenauen KI-Modellen, derer es mittlerweile einige gibt, sind vielschichtig.

© bei den jeweiligen Publikationen bzw. Autor/-innen.

Im exponentiellen Zeitalter maschinellen Sehens und Lernens inmitten des Machtgefälles geschlossener KI-Systeme ist multiple Datenauswertung für Klassifikation und Kontrolle in bunten Software-Lösungen für schnelle Bilder aus dem latenten Möglichkeitsraum verpackt, ohne die BIAS-Verzerrungen oder (Urheberrechts-)Verletzungen im Kontext dieser komprimierten Trainingsbilder und 'missing Datasets' offenzulegen. Fiktionale neue Realität durch zunehmende DeepFakes ist gesellschaftlich im subtilen Informationskrieg in Propaganda und Kommerz weiter prägend. Multiple Lösungssuche und -entwicklung nach sinnvollen KI-Implementierungen wird an vielen Institutionen, Firmen und wissenschaftlichen Einrichtungen vorangetrieben.

︎ “Die ‘visuelle Information der Menschheit’ wird zur Ressource zeit- und ortloser Datenmuster”. (vgl. Roland Meyer, DFG-Tagung “Das digitale Bild”, 2025)


© bei den jeweiligen Publikationen bzw. Autor/-innen.

︎Die Fähigkeit von Bildern, “Emotionen zu mobilisieren, die Öffentlichkeit zu manipulieren und Macht zu konsolidieren, hat mit dem Aufkommen von Social-Media-Plattformen exponentiell zugenommen” (vgl. LMU Kunstgeschichte/ SPP “Das digitale Bild”)

In den Modalitäten der Digitalen Schule der Zukunft (DSdZ) mit realisierten 1:1-Ausstattungen und wertvollen Hinweisen zu gutem Unterricht in einer digitalen Welt (K+5-Modell) wollen wir diese Leitgedanken mit Blick auf Leitgedanken aus der Kunstphilosophie auf die Kunstpädagogik anwenden.
vgl. mebis.bycs.de/guter-unterricht-in-einer-digitalen-welt

Wir sollten ausgewählte KI-Tools und Methoden thematisieren, mit denen sich ein Ausprobieren im Kunstunterricht lohnen könnte, um die hohe Eigenverantwortung von uns allen zu Kernfragen von Digitalität zu beleuchten. OpenSource Apps und weitere Tools sollten in exemplarischen Funktionen bekannt sein - um gemeinsam eine jeweils eigene Haltung zu entwickeln, wie KI im Kunstunterricht thematisiert oder befragend verwendet werden könnte. Die Gefahr eines eher affirmativen Gebrauchs von KI-Tools liegt darin, dass Schülerinnen und Schüler mit dem Umgang mit Zielkonflikten wie ethische Verantwortung und Ressourcenschonung nicht nur letztlich alleine gelassen werden, sondern unausgereifte Technologien unabsehbarer multiskalarer Konsequenzen undifferenziert vorgelegt werden.

︎Welche persönlichen Haltungen hinsichtlich welcher kritischen Dimensionen könnten sinnvolle wirkmächtige Leitlinien liefern zu der Frage, was wir als Menschheit verlernen wollen durch Externalisierung, oder gerade auch angesichts der Verflechtungen ziviler und militärischer Datennutzungen? (vgl. Starts Prize ars electronica, Linz, 2025/ Sarah Ciston)

© © bei den jeweiligen Publikationen bzw. Autor/-innen.

Positionen für rein analoge, digitale, hybride oder KI-gestützte Verfahren im Kunstunterricht mit Fokus auf Einordnungen relevanter Apps im Kontext einer sog. „copyright-strategy to protect the right to learn“ von beispielsweise OpenAI als Deckmantel für systematisierten Diebstahl sollten erörtert werden. Einblicke in eine Handhabung verschiedener KI-Software könnten mit Fokus auf mögliche generierte Qualitäten oder kritische Faktoren von Ergebnissen bzw. Prozessen gemeinsam diskutiert werden. Der erste KI-Schulpreis ging an das Gymnasium Tirschenreuth, wo verschiedene KI-Modelle auf eigenen Servern gehostet werden, und der schulinterne Zugang für alle Schüler/-innen nur zu dem Server geht, der nicht online freigeben ist, zum Schutz der Daten.

︎ „Wir müssen uns endlich als Teil eines Gesamtprozesses verstehen und damit die Chance ergreifen, dass jeder und jede von uns einen Teil dazu beitragen kann, das Lebendige lebendiger werden zu lassen.“
(Hans-Peter Dürr, Physiker)

(vgl. auch den kunstgeschichtlichen Artikel zur Qualität von Daten bei KI von H. Brandhorst zu “Elephant in the room” bei iconclass.org)
© Eckhardt, Marie, Gefangen. Selbstportrait. Fotografie, digitale Medien, Jg11, 2024, Kurs von Y. Schmid, Staffelsee-Gymnasium Murnau, Jurk, Ella, Jg11, Zeichnung, und Studienarbeit zu Collage, digital zu Elektroschrott (Detail), und Hoter, Tatjana, Reflection, Preisgewinn crossmedia 2023, Sparte ‘creative film’.


Praxis-Beispiel
‘Sketching hardware’ anhand von ESP und TFT-Displays:
https://www.hackster.io/alankrantas/tinyml-live-image-classification-on-esp32-cam-and-tft-de1a53

Hinweis
Sammlung der Arbeitsgruppe ‘Postdigitale Kunstpädagogik’/(Claus Zirwes & Team) des BDK zur Koblenzer Tagung zu ‘Kunst und KI’ 2025.


Links
︎︎︎ lernplattform.mebis.bycs.de | KI in der Lernplattform
︎︎︎ ki.alp.dillingen.de | ByLKI (ALP)
︎︎︎ fobizz.com | Fobizz (kommerzieller Anbieter an Schulen)
︎︎︎ BDK AG Postdigitale Kunstpädagogik (Koblenz 2025)
︎︎︎ li-hamburg.taskcards.app/#/board/12337896-8cfa-466a-97c9-b209599ac80a/view | Landesinstitut Hamburg, Arbeitsbereich KI︎︎︎ digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de
︎︎︎ aiwar.cloud | Sarah Ciston, US, 2025
︎︎︎ starts-prize.aec.at/en/ai-war-cloud-database
︎︎︎ ars.electronica.art/aeblog/files/2025/05/aiwarcloud-tasks-2048x1423.png | Military ML Descision Tasks / Consumer ML Applications
︎︎︎ mebis.bycs.de/beitrag/digcompedu-bavaria 

bzw. Test folgender Angebote/Apps:

︎︎︎ duck.ai | datensparsamer KI-Chat
︎︎︎ perplexity.ai | Recherche mit KI-gestützter Suchmaschine und Chatbot incl. transparente Quellenangaben und Fokus-Funktion
︎︎︎ soekia.ch/GPT | KI-Modelle/LLMs - Hintergründe verstehen
︎︎︎ quickdraw.withgoogle.com | Zeichnung erkennen mit KI
︎︎︎ teachablemachine.withgoogle.com | KI Modell Training Google
︎︎︎ schokofakes.ai | Comic-Essay über KI als Thema
︎︎︎ open-roberta.org/xnn/ | KI programmieren, trainieren, testen, verstehen
︎︎︎ teachino.io | KI für Unterrichtsmaterial, als Lernbegleitung
︎︎︎ fellofish.com | Feedback zu Texten, Aufgaben, KI-Assistenz (nur mit Registrierung)



LiteraturZu Gemini nano banana:     https://mitpress.mit.edu/9780262512503/the-virtual-window/


Für eine begleitende kunstgeschichtliche Reflexion aus der Medientheorie sind die erwähnten Basis-Texte von Walter Benjamin, Hito Steyerl und Anne Friedberg im Nachgang empfohlen. Diese Lektüre kann helfen, unsere gesellschaftlichen medialen Entwicklungen fachtheoretisch einzuordnen.



Weitere Literatur
Berner, Nicole, Schirmer, Anna-Maria; Wachter, Steffen, Zumbansen, Lars (Hg.)
- Bewegte Bilder zwischen Kunst und Social Media, Kunst+Unterricht, Ausgabe Nr. 485/486 2024, Friedrich-Verlag
- Körper | Identität | Geschlecht, Kunst+Unterricht, Ausgabe Nr. 483/484 2024, Friedrich-Verlag
- Bild Kunst KI. Kunst+Unterricht. Ausgabe Nr. 475/476 2023, Friedrich-Verlag
Crawford, Kate, Atlas of AI, Yale University Press, 2021
bzw. ︎︎︎anatomyof.ai, ︎︎︎calculatingempires.net und ︎︎︎excavating.ai
Drucker, Johanna: Graphesis. Visual Forms of Knowledge Production, Cambridge, Harvard University Press, 2014
Friedberg, Anne, The Virtual Window, MIT Press, 2009
Grünberger, Christoph, THE AGE OF DATA. Embracing algorithms in Art & Design, niggli Verlag, 2022
bzw. ︎︎︎theageofdata.net
Lamb, Hilary; Joel Levy; Dr. Claire Quigley, Künstliche Intelligenz: Simply, DK London. Penguin Random House, 2024
Manovich, Lev, Cultural Analytics, MIT Press, 2020
Meyer, Roland, Gesichtserkennung: Digitale Bildkulturen, Wagenbach-Verlag, 2021
Meyer, Roland, Operative Portraits: Eine Bildgeschichte der Identifizierbarkeit von Lavater bis Facebook, 2019
︎︎︎film.uzh.ch/de/team/professuren/meyer.html
Merzmensch, KI-Kunst. Digitale Bildkulturen, Wagenbach-Verlag, 2023
Ommer, Björn Prof. Dr.,   Pattern Recognition: 46th DAGM German Conference, DAGM GCPR 2024, Computer Science, Munich, Germany, 2025 bzw. ︎︎︎ommer-lab.com
Pasquinelli
, Matteo, Das Auge des Meisters. Eine Sozialgeschichte Künstlicher Intelligenz, Unrast-Verlag, 2024
Steyerl, Hito, In Defense of the poor image, 2009

︎︎︎www.mdpi.com/2076-0752/7/2/18 | Herztmann, Aaron ‘Can Computers Create Art?’
︎︎︎aaronhertzmann.com/2022/12/17/when-tech-changes-art.html
︎︎︎aiartists.org/ai-timeline-art
︎︎︎anatomyof.ai | Kate Crawford + Vladan Joler (2018)
︎︎︎calculatingempires.net | Kate Crawford + Vladan Joler (2023)
︎︎︎ elisagiardinapapa.org | On Training AI 2022
︎︎︎ excavating.ai | Kate Crawford + Trevor Paglen
︎︎︎ paglen.studio/2020/04/29/imagenet-roulette | Kate Crawford + Trevor Paglen ︎︎︎ai.googleblog.com/2015/06/inceptionism-going-deeper-into-neural.html | Google, DeepDream
︎︎︎generativemedia.net/event/art-in-the-age-of-average | Klasse Hito Steyerl
︎︎︎ digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de

︎︎︎soekia.ch | zu LLMs
︎︎︎harald-klinke.de  | Dr. Harald Klinke, LMU, h.klinke@lmu.de
︎︎︎hanspeterduerr.de | Hans-Peter Dürr
︎︎︎thevirtualwindow.net | Anne Friedberg (MIT)
︎︎︎library.moma.org | Friedberg, Anne, The virtual window. From Alberti to Microsoft. 2006, MIT Press





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