Universität Passau/ZLF
WiSe 2026/27
>TERMINE folgen.
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CAD ︎ KI
Universität Passau/ZLF
Sonnja Genia Riedl
Mit der Software ‚Blender‘ (blender.org), die sowohl professionell als auch kostenfrei ist, konstruieren wir anschließend einen der Entwürfe in digitalem 3D – unter Setzung von Kamera für Betrachtungsperspektiven und Kamerafahrten durch unser Modell und unter Setzung von virtuellem Licht.
Wir befassen uns für KI und Filter mit Pixelfeldern anhand leuchtender 3D-Boxen (8x8-LED-Kästchen), die wir mit einem Microcontroller via USB ansprechen und so programmieren können, dass nicht nur diverse Muster erscheinen, sondern auch die Funktionsweise von Filtern deutlich wird. Diverse Filter werden im Vorfeld eingeführt, sowie ihr mathematischer Hintergrund und ihre Bedeutung für die Klassifikation von Bildern (Katzen) durch ein neuronales Netz betrachtet.
Was das alles für Schule und den Kunstunterricht bedeuten kann, oder wie wir Bleistift-Entwurf und digitales CAD-Design beim Zeichnen in Aufgabenstellungen in Kunst einsetzen können, besprechen wir anhand eines Blicks auf diverse Studienarbeiten von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Jahrgangsstufen.
Welche Entäußerungen ergeben sich also - neben DIY und 3D-Konstruktion - zum Verlernen im Kontext Schule, zur Reflexion der Mensch-Maschine-Interaktion im Raum (vgl. NONOTAK studio) und zum ‘Machine Unlearning’ (Simon Weckert)?
3D-Objekt in Blender, 3D-Box für ESP32 Microcontroller und Studienarbeiten Kunstpädagogik von Schüler/-innen des Staffelsee-Gymnasiums Murnau. Photos︎Screenshots: sonnjagenia
︎HINWEIS | Projekt-Vorbesprechungen sind nach Vorabsprache online hier möglich: https://bycs.link/sonnjagenia
Wo beginnt und wo endet 3D? Anne Friedberg in ‘The Virtual Window - From Alberti to Microsoft’, der MIT Press Publikation aus dem Jahr 2006, spannte beeindruckende Bezüge von Fenstern, Rahmen und Rahmungen historischer Zeit der Renaissance bis zu unser (post)digitalen Gegenwart von privat und beruflich allgegenwärtigen Display-Screens und multiplen Bildschirmen. Wo verorten wir uns hierbei mit unseren dreidimensionalen Entwürfen, die mit der vierten Dimension der Zeit durch Lichtregie und Camerabewegung dem Objekt eine animierte Seele einhauchen?
Wir starten im CAD-Kurs zu dem Motto ‚Refugio | Ruhezone‘ mit dreidimensionalen Zeichnungen zu Rückzugsorten unserer Wahl. Eigene freie Entwurfszeichnungen mit Bleistift als auch Importieren freier 3D-Modelle von designconnected in Blender zum Testen der digitalen Werkzeuge sind unsere ersten Schritte. Mit Bleistiften üben wir freie Zeichnungen zu einem 3D-Objekt (Sitzgelegenheit/Stuhl oder Leuchte) und wahlweise auch zur Landschaftsgestaltung oder (Innen-)Architektur für unseren Lieblingsplatz für Erholung und Stille. Die Wörter ‘Refugium’ und ‘Ruhezone’ üben wir in verschiedenen Schriftarten in 2D und in 3D sowohl analog (in Bleistift) als auch digital in 2D und in 3D.
Wir üben und entwerfen von analog zu digital und von 2D zu 3D. Als Vorstufen digitaler Übung mit Vektorgrafik in 2D eignet sich der kostenfreie Online Vector Editor vectorpea.com oder die opensource webApp editor.graphite.art. Für 3D eignet sich tinkercad.com zum Einstieg, - eine Software von Autodesk, dessen Server ebenfalls kostenfrei im Browser erreichbar sind.
Coconut-Chair von George Nelson für Vitra und Beat-Light Tall von Tom Dixon als mesh bei designconnected.com (screenshot sonnjagenia)
Mit der Software ‚Blender‘ (blender.org), die sowohl professionell als auch kostenfrei ist, konstruieren wir anschließend einen der Entwürfe in digitalem 3D – unter Setzung von Kamera für Betrachtungsperspektiven und Kamerafahrten durch das Modell und unter Setzung von virtuellem Licht.
Filmische Animation mit Blender und 3D ist optional - je nach Interesse. Mit der Timeline, die unter dem Koordinatensystem angeordnet ist, kann ein kurzer Filmclip erstellt werden, der unser ‚Refugio‘ beispielsweise mittels einer Kamerafahrt von verschiedenen Ansichten präsentiert. Im Audio können wir einen kommentierenden Text mit optionalen Untertiteln einsprechen. Alternative browserbasierte Software wie Onshape, bzw. Apps wie FreeCAD oder Solidedge können bei Bedarf ausprobiert werden.
Programmierung des Microcontrollers mit 3x3 Max-Pooling-Filter, der über die LED-Matrix wandert, durch Christian Reitmaier. Filter+KI. Lasercutter ‘snapmaker Artisan’ im DiLab/ZLF Passau. Photos: sonnjagenia
KI & Filter | ESP32 mit 8x8-Matrix als Microcontroller in 3D-Box für Max-Pooling-Filter [3 Std.]
- in Kooperation mit Christian Reitmaier vom ASG Passau, FB Informatik
Wir befassen uns mit Pixelfeldern anhand leuchtender 8x8-LED-Kästchen, die wir mit einem Microcontroller via USB ansprechen und so programmieren können, dass nicht nur diverse Muster erscheinen, sondern auch die Funktionsweise von Filtern deutlich wird. Diverse Filter werden im Vorfeld eingeführt, sowie ihr mathematischer Hintergrund und ihre Bedeutung für die Klassifikation von Bildern (Katzen) durch ein neuronales Netz betrachtet.
Was das alles für Schule und den Kunstunterricht bedeuten kann, oder wie wir Bleistift-Entwurf und digitales CAD-Design beim Zeichnen in Aufgabenstellungen in Kunst einsetzen können, besprechen wir anhand eines Blicks auf diverse Studienarbeiten von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Jahrgangsstufen.
(SGR)
- Das digitale Bild (gibt es nicht)
- Codierung (bin, dez, hex, ascii)
- Farbcodes (hex. RGB) und die Bedeutung der ‘255’
- Microcontroller in opaker 3D-Box | Kurz-Info
(CR)
- Filter allgemein
- Filter und ihr mathematischer Hintergrund
- Vorführung/ Visualisierung von Filtern anhand des Pixelfeldes
- Anwendung von Filtern in Klassifikation:
- Arten maschinellen Lernens | Kurz-Info
- Wie ist ein neuronales Netz aufgebaut?
- Wie funktioniert Forward Propagation?
- Wie funktioniert Bild-Klassifikation und welche Bedeutung haben Filter?
- Zusatz: Generative KI für Bilder - Funktionsweise
(SGR / CR)1
- Python als Programmiersprache | Einführung/Info
- Jupyter Notebooks und Markdown | Kurz-Info
- Bildklassifikation mit Hunden und Katzen
- Grundlagen Vektorgrafik 2D/3D
1 CR Christian Reitmaier, SGR Sonnja Genia Riedl
Wer mit analogem Arbeiten zu 3D und Raum starten möchte: 3D ist als Thematik im Kontext Schule reichhaltig mit Keramik für Gefäße oder Skulpturen, z.B. mit einer Nachempfindung altägyptischer Kanopen - Gefäßen mit Tierkopf als Grabbeigabe umsetzbar. Design für Parfum-Flacons oder mit ausdrucksstarken Kopfmodellierungen für Puppenbau, Erfindung und Bau von Musikinstrumenten oder ein Entwurf von Schriftarten in 3D sind Klassiker. Räumliche Farbmodelle, die auf geometrischen Grundformen basieren, sind eher anspruchsvolle Themen.
Puppenspiel-Figuren - neu/selbstgemacht/historisch und
Studienarbeiten Kunstpädagogik von Schüler/-innen des Staffelsee-Gymnasiums Murnau.
Photos: sonnjagenia
Anhand von Aufnahmen zu Leuchte und Stuhl/Sitzobjekt variieren wir Darstellungsweisen fotografischer Bilder. Wie wirken einzelne Filter jeweils? Was bedeuten die RGB-Kanäle und die Begriffe Sättigung, Hex-Wert eines Farbcodes oder CMYK einer digitalen Druckvorstufe? Was unterscheidet .png von .jpg oder dem zweistufigen Bitmap? Wieso können manche Bilder besser vektorisiert werden als andere, und was ist der grundlegende Unterschied zwischen einer Pixelgrafik und einem benötigten Vektorformat für z.B. ein Logo?
Überwachung (surveillance) und Personenprofil-Erstellung (personal profiling) überall. Photos︎Screenshots: sonnjagenia
‘Scan finger to play video’ ist ein Detail einer studentischen künstlerischen Arbeit, die bei der ars electronica vor der Kunstuni Linz ausgestellt war (ca. 2023). “Looking you up in our database” ist ein Ausschnitt der Präsentation eines weiteren Kunstwerks im Bunker der Postcity des Festivals für Kunst, Technik und Gesellschaft, das 1979 in Linz gegründet wurde1. Die Aktion ‘Unscan my face’ ist nur eine von mehreren Aufrufen von Amnesty International, die sich seit Jahren auch für dringenden individuellen Schutz und privacy von Individuen gegen Regierungen einsetzt2. 1 vgl. auch den 2014 geprägten Begriff des ‘Überwachungskapitalismus’ von der US-amerikanischen Wirtschaftswssenschaftlerin Shoshana Zuboff
Wer betrachtet hier wen - beim Blick in einen Screen mit und ohne Kameraauge? Alle User-Interactions, Navigationsbewegungen und Klicks werden von den Maschinen potenziell erfasst und aufgezeichnet. Photos: sonnjagenia
Auf dem Ansichtsexemplar eines Rundbriefs Fotografie ist ‘Shudo’, ‘The World’s first Digital Supermodel’ von ‘Digiitals’, dem virtuellen 3D-Modell als erstes (post)digitale Supermodell des ehemaligen Mode-Photographen Cameron-James Wilson, dem ‘Founder & CEO’ von ‘The Diigitals’3 zu sehen. Die teilweise eklatante Photoqualität dessen animierter 3D-Renderings war bereits 2017 zu sehen, bei Gründung seines britischen UK-Labels mit dem Namen ‘AI Character & Digital Fashion Studio’.
3 thediigitals.com
Toxisches und Müll, Fehler, Leerstellen, technisches Versagen, Elektroschrott, Sicherheitslücken, Blinde Flecken in der Wahrnehmung - welche Routinen haben wir im Umgang damit? Photos︎Screenshots: sonnjagenia
Können wir hier Facetten der Ikonographie eines hegemonialen maskulinen ‘weißen bzw. hellhäutigen Supprematismus’ erkennen? Es wird auf thediigitals.com postuliert, sog. ‘ethical AI twins’ zu entwickeln, mit dem Ziel, die menschliche Kreativität zu erweitern (expand) statt diese zu ersetzen (replace). Was bedeutet Ethik in den Kontexten dieser Strukturen? Schafft sich das postdigitalisierte dunkelhäutige Modell Alexandrah Gondorah hier sukzessive selbst ab? Und bietet die dunkelhäutige Ama Badu als ‘Writer & Story Director’ dazu postkoloniale Narration als Audio im postdigitalen Raum des ‘After Image’ und ‘ExMedia’-Zeitalters?
Welche Kategorien haben wir, um kritisch zu sein? Photos: sonnjagenia
Unter Computer Aided Design (CAD) ist heutzutage nicht mehr allein vektorbasiertes 3D-Zeichnen für Konstruktionen von Raum und Architektur oder Objekten zu verstehen. KI-Assistenz als 'Computer Aid' im Design und eine zunehmende Externalisierung menschlicher Souveränität hat in kreativen als auch in alltäglichen Entscheidungen Einzug gefunden. Es bietet sich also an, bei der Reflexion zu CAD, 3D und Raum nicht nur über Aspekte von dreidimensionalem Zeichnen zu sprechen, sondern auch Bezüge zu dem latenten Vektorraum lernender Maschinen zu ziehen. Diese komprimierten Trainingsdaten werden über die Zeit modifiziert, und Raum ist von Zeit hier nicht zu trennen.
Ebenso ist kultureller und militärischer Raum als auch Subjekt und Objekt (‘com.palantir.object.person’, vgl. Patent US2016015485A1) durch kritische Akteure eng verwoben. Dies zeigte die US-amerikanische Künstlerin, Professorin und Aktivistin Sarah Ciston auf der ars electronica in Linz (vgl. aiwar.cloud, Starts Prize der ars electronica 2025) - mit Verweis auf Beziehungen verschiedener Firmen und Institutionen vernetzt mit den existenziell hochkritischen Faktoren der militärischen Projekte (Gotham u.a.) der US-Company Palantir Technologies.
aiwar.cloud von Sarah Ciston (US), Starts-Prize ars electronica 2025. Photos (jew. Detail): sonnjagenia
Die Mensch- und Tierwelt überlagert sich ebenfalls mehrschichtig bis zur Unkenntlichkeit und physische (Tier-)Gefangenheit wird hier mit psychischer Menschheit-Maschine-Interaktion mit Blick auf das modifizierte Portrait in mobilen KI-Apps verglichen, wie die brillante ironisch-kritische Studienarbeit zum Eingesperrt-Sein versus Freiheit von Clara Kloiber und ihrem Team zur AdBK Jahresausstellung 2025 mit dem 10-min.-Video ‘Könnten Tiere sprechen’ thematisierte.
Widmung an die Menschen und Studierenden in Gaza neben Ausstellungsexponaten in der AdBK öffnet den Blick nach außen. Fenster am Fenster und Fenster im Fenster - (Virtuelle) Rahmung und Bildausschnitt. Was bedeutet “still sein” im postdigitalen Raum? Photos: sonnjagenia
Kulturelle Repräsentation, Leerstellen durch fehlende Trainingsdaten, unsichtbare Systemprompts oder Indizien von neofaschistoiden Aspekten bzw. digitalem Kolonialismus haben im Sinne einer Selbstidentifikation unmittelbare Auswirkungen auf unsere Vorstellung dessen, wer wir sind und wie bzw. wo wir wohnen wollen. Nachhaltigkeit in CAD und Entwurf sind mit Fokus auf naturschonendes Bauen sowie im Kontext des kulturellen Bedarfs sozialen Mehrgenerationen-Wohnens zu beurteilen.
Künstlerische Arbeiten von Schülerinnen von Gymnasien im Kontext der Mensch-Maschine-Interaktion. Photos︎Screenshots: sonnjagenia
Welche Entäußerungen ergeben sich also - neben DIY und 3D-Konstruktion - zum Verlernen im Kontext Schule4 - zur Reflexion der Mensch(heit)-Maschine-Interaktion im Raum (vgl. NONOTAK studio) und zum Hacking ebendieser, bzw. durch ‘Machine Unlearning’ (Simon Weckert)? 4 (vgl. ‘Eva Weinmayr, ‘Diskrimnierungskritik lesen lernen’, AdBK München, 2024)
(Ent-)Äußerungen, Printmedia, Performance Aktionskunst - welche Stimmen aus den Schulen zum (Ver-)Lernen sind angebracht? Photos: sonnjagenia
Mit dem Lasercutter vom ZLF Passau kann zum Seminarende auf Holzplatten ein eigener entstandener 3D-Entwurf als 2D-Grafik konzipiert werden. Dieser kann durch Rasterung und Liniengravur oder Vektorschnitt in 40x40cm-Holzplatten ausgedruckt bzw. digital ausgeschnitten werden.
Imagination, Blicke, Betrachtungen, Sichtweisen, Haltungen, Bewegungen und Resonanz. Photos︎Screenshots: sonnjagenia
Das BYOD-Blockseminar findet im ZLF/DiLab in Passau statt.
Literatur/Links
Friedberg, Anne, 2006, The Virtual Window. From Alberti to Microsoft. MIT Press
nonotak.com | Noemi Schipfer, Takami Nakamoto
analognative.net | Simon Weckert
simonweckert.com
thevirtualwindow.net | zu: Anne Friedberg
vectorpea.com | 2D (Vektorgrafik, free, wApp)
editor.graphite.art | 2D (Vektorgrafik, opensource, wApp)
inkscape.org/learn | 2D (Vektorgrafik, free, mit Installation)
tinkercad.com | 3D (free)
blender.org | 3D (free, professional - mit Installation)
docs.blender.org | DOKU zu Blender (Handbuch)
onshape.com | 3D (wApp, mit Registrierung, free f. students)
freecad.org | 3D (opensource - für Produktdesign)
solidedge.siemens.com/en/solutions/users/students/ | 3D (mit Registrierung, free f. students)
designconnected.com/de/catalog/3D-Models/all
designconnected.com/Freebies
designconnected.com/de/Seating/Armchairs/vela-lounge-chair_p3198 | .fbx, .obj
Vela Lounge Chair by Plank Collezioni
designconnected.com/de/Seating/Lounge-chairs/snug-chair_p5116 | SNUG Chair by Abalos
designconnected.com/de/Seating/Seating-objects/illu-armchair_p3466 | ILLU Armchair by Bleu Nature
designconnected.com/de/category/Tables/pants_p3133 | Pants by Melia
— ‘Refugium | Ruhezone’
in Kooperation mit Christian Reitmaier vom ASG Passau/ FB Informatik (zu KI und Filter mit ESP32 Microcontroller)
in Kooperation mit Christian Reitmaier vom ASG Passau/ FB Informatik (zu KI und Filter mit ESP32 Microcontroller)
Sonnja Genia Riedl
[Abstract]
Wir starten im CAD-Kurs zu dem Motto ‚Refugio | Ruhezone‘ mit dreidimensionalen Zeichnungen zu Rückzugsorten unserer Wahl. Mit Bleistiften üben wir freie Zeichnungen zu einem 3D-Objekt (Sitzgelegenheit/Stuhl oder Leuchte) und wahlweise auch zur Landschaftsgestaltung oder (Innen-)Architektur für unseren Lieblingsplatz für Erholung und Stille. Die Wörter “Refugium” und “Ruhezone” üben wir in verschiedenen Schriftarten in 2D und in 3D sowohl analog (in Bleistift) als auch digital in 2D und in 3D.Mit der Software ‚Blender‘ (blender.org), die sowohl professionell als auch kostenfrei ist, konstruieren wir anschließend einen der Entwürfe in digitalem 3D – unter Setzung von Kamera für Betrachtungsperspektiven und Kamerafahrten durch unser Modell und unter Setzung von virtuellem Licht.
Wir befassen uns für KI und Filter mit Pixelfeldern anhand leuchtender 3D-Boxen (8x8-LED-Kästchen), die wir mit einem Microcontroller via USB ansprechen und so programmieren können, dass nicht nur diverse Muster erscheinen, sondern auch die Funktionsweise von Filtern deutlich wird. Diverse Filter werden im Vorfeld eingeführt, sowie ihr mathematischer Hintergrund und ihre Bedeutung für die Klassifikation von Bildern (Katzen) durch ein neuronales Netz betrachtet.
Was das alles für Schule und den Kunstunterricht bedeuten kann, oder wie wir Bleistift-Entwurf und digitales CAD-Design beim Zeichnen in Aufgabenstellungen in Kunst einsetzen können, besprechen wir anhand eines Blicks auf diverse Studienarbeiten von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Jahrgangsstufen.
Welche Entäußerungen ergeben sich also - neben DIY und 3D-Konstruktion - zum Verlernen im Kontext Schule, zur Reflexion der Mensch-Maschine-Interaktion im Raum (vgl. NONOTAK studio) und zum ‘Machine Unlearning’ (Simon Weckert)?
︎HINWEIS | Projekt-Vorbesprechungen sind nach Vorabsprache online hier möglich: https://bycs.link/sonnjagenia
Wo beginnt und wo endet 3D? Anne Friedberg in ‘The Virtual Window - From Alberti to Microsoft’, der MIT Press Publikation aus dem Jahr 2006, spannte beeindruckende Bezüge von Fenstern, Rahmen und Rahmungen historischer Zeit der Renaissance bis zu unser (post)digitalen Gegenwart von privat und beruflich allgegenwärtigen Display-Screens und multiplen Bildschirmen. Wo verorten wir uns hierbei mit unseren dreidimensionalen Entwürfen, die mit der vierten Dimension der Zeit durch Lichtregie und Camerabewegung dem Objekt eine animierte Seele einhauchen?
Wir starten im CAD-Kurs zu dem Motto ‚Refugio | Ruhezone‘ mit dreidimensionalen Zeichnungen zu Rückzugsorten unserer Wahl. Eigene freie Entwurfszeichnungen mit Bleistift als auch Importieren freier 3D-Modelle von designconnected in Blender zum Testen der digitalen Werkzeuge sind unsere ersten Schritte. Mit Bleistiften üben wir freie Zeichnungen zu einem 3D-Objekt (Sitzgelegenheit/Stuhl oder Leuchte) und wahlweise auch zur Landschaftsgestaltung oder (Innen-)Architektur für unseren Lieblingsplatz für Erholung und Stille. Die Wörter ‘Refugium’ und ‘Ruhezone’ üben wir in verschiedenen Schriftarten in 2D und in 3D sowohl analog (in Bleistift) als auch digital in 2D und in 3D.
Wir üben und entwerfen von analog zu digital und von 2D zu 3D. Als Vorstufen digitaler Übung mit Vektorgrafik in 2D eignet sich der kostenfreie Online Vector Editor vectorpea.com oder die opensource webApp editor.graphite.art. Für 3D eignet sich tinkercad.com zum Einstieg, - eine Software von Autodesk, dessen Server ebenfalls kostenfrei im Browser erreichbar sind.
Mit der Software ‚Blender‘ (blender.org), die sowohl professionell als auch kostenfrei ist, konstruieren wir anschließend einen der Entwürfe in digitalem 3D – unter Setzung von Kamera für Betrachtungsperspektiven und Kamerafahrten durch das Modell und unter Setzung von virtuellem Licht.
Filmische Animation mit Blender und 3D ist optional - je nach Interesse. Mit der Timeline, die unter dem Koordinatensystem angeordnet ist, kann ein kurzer Filmclip erstellt werden, der unser ‚Refugio‘ beispielsweise mittels einer Kamerafahrt von verschiedenen Ansichten präsentiert. Im Audio können wir einen kommentierenden Text mit optionalen Untertiteln einsprechen. Alternative browserbasierte Software wie Onshape, bzw. Apps wie FreeCAD oder Solidedge können bei Bedarf ausprobiert werden.
KI & Filter | ESP32 mit 8x8-Matrix als Microcontroller in 3D-Box für Max-Pooling-Filter [3 Std.]
- in Kooperation mit Christian Reitmaier vom ASG Passau, FB Informatik
Wir befassen uns mit Pixelfeldern anhand leuchtender 8x8-LED-Kästchen, die wir mit einem Microcontroller via USB ansprechen und so programmieren können, dass nicht nur diverse Muster erscheinen, sondern auch die Funktionsweise von Filtern deutlich wird. Diverse Filter werden im Vorfeld eingeführt, sowie ihr mathematischer Hintergrund und ihre Bedeutung für die Klassifikation von Bildern (Katzen) durch ein neuronales Netz betrachtet.
Was das alles für Schule und den Kunstunterricht bedeuten kann, oder wie wir Bleistift-Entwurf und digitales CAD-Design beim Zeichnen in Aufgabenstellungen in Kunst einsetzen können, besprechen wir anhand eines Blicks auf diverse Studienarbeiten von Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Jahrgangsstufen.
(SGR)
- Das digitale Bild (gibt es nicht)
- Codierung (bin, dez, hex, ascii)
- Farbcodes (hex. RGB) und die Bedeutung der ‘255’
- Microcontroller in opaker 3D-Box | Kurz-Info
(CR)
- Filter allgemein
- Filter und ihr mathematischer Hintergrund
- Vorführung/ Visualisierung von Filtern anhand des Pixelfeldes
- Anwendung von Filtern in Klassifikation:
- Arten maschinellen Lernens | Kurz-Info
- Wie ist ein neuronales Netz aufgebaut?
- Wie funktioniert Forward Propagation?
- Wie funktioniert Bild-Klassifikation und welche Bedeutung haben Filter?
- Zusatz: Generative KI für Bilder - Funktionsweise
(SGR / CR)1
- Python als Programmiersprache | Einführung/Info
- Jupyter Notebooks und Markdown | Kurz-Info
- Bildklassifikation mit Hunden und Katzen
- Grundlagen Vektorgrafik 2D/3D
1 CR Christian Reitmaier, SGR Sonnja Genia Riedl
Wer mit analogem Arbeiten zu 3D und Raum starten möchte: 3D ist als Thematik im Kontext Schule reichhaltig mit Keramik für Gefäße oder Skulpturen, z.B. mit einer Nachempfindung altägyptischer Kanopen - Gefäßen mit Tierkopf als Grabbeigabe umsetzbar. Design für Parfum-Flacons oder mit ausdrucksstarken Kopfmodellierungen für Puppenbau, Erfindung und Bau von Musikinstrumenten oder ein Entwurf von Schriftarten in 3D sind Klassiker. Räumliche Farbmodelle, die auf geometrischen Grundformen basieren, sind eher anspruchsvolle Themen.
Anhand von Aufnahmen zu Leuchte und Stuhl/Sitzobjekt variieren wir Darstellungsweisen fotografischer Bilder. Wie wirken einzelne Filter jeweils? Was bedeuten die RGB-Kanäle und die Begriffe Sättigung, Hex-Wert eines Farbcodes oder CMYK einer digitalen Druckvorstufe? Was unterscheidet .png von .jpg oder dem zweistufigen Bitmap? Wieso können manche Bilder besser vektorisiert werden als andere, und was ist der grundlegende Unterschied zwischen einer Pixelgrafik und einem benötigten Vektorformat für z.B. ein Logo?
‘Scan finger to play video’ ist ein Detail einer studentischen künstlerischen Arbeit, die bei der ars electronica vor der Kunstuni Linz ausgestellt war (ca. 2023). “Looking you up in our database” ist ein Ausschnitt der Präsentation eines weiteren Kunstwerks im Bunker der Postcity des Festivals für Kunst, Technik und Gesellschaft, das 1979 in Linz gegründet wurde1. Die Aktion ‘Unscan my face’ ist nur eine von mehreren Aufrufen von Amnesty International, die sich seit Jahren auch für dringenden individuellen Schutz und privacy von Individuen gegen Regierungen einsetzt2. 1 vgl. auch den 2014 geprägten Begriff des ‘Überwachungskapitalismus’ von der US-amerikanischen Wirtschaftswssenschaftlerin Shoshana Zuboff
Auf dem Ansichtsexemplar eines Rundbriefs Fotografie ist ‘Shudo’, ‘The World’s first Digital Supermodel’ von ‘Digiitals’, dem virtuellen 3D-Modell als erstes (post)digitale Supermodell des ehemaligen Mode-Photographen Cameron-James Wilson, dem ‘Founder & CEO’ von ‘The Diigitals’3 zu sehen. Die teilweise eklatante Photoqualität dessen animierter 3D-Renderings war bereits 2017 zu sehen, bei Gründung seines britischen UK-Labels mit dem Namen ‘AI Character & Digital Fashion Studio’.
3 thediigitals.com
Können wir hier Facetten der Ikonographie eines hegemonialen maskulinen ‘weißen bzw. hellhäutigen Supprematismus’ erkennen? Es wird auf thediigitals.com postuliert, sog. ‘ethical AI twins’ zu entwickeln, mit dem Ziel, die menschliche Kreativität zu erweitern (expand) statt diese zu ersetzen (replace). Was bedeutet Ethik in den Kontexten dieser Strukturen? Schafft sich das postdigitalisierte dunkelhäutige Modell Alexandrah Gondorah hier sukzessive selbst ab? Und bietet die dunkelhäutige Ama Badu als ‘Writer & Story Director’ dazu postkoloniale Narration als Audio im postdigitalen Raum des ‘After Image’ und ‘ExMedia’-Zeitalters?
Unter Computer Aided Design (CAD) ist heutzutage nicht mehr allein vektorbasiertes 3D-Zeichnen für Konstruktionen von Raum und Architektur oder Objekten zu verstehen. KI-Assistenz als 'Computer Aid' im Design und eine zunehmende Externalisierung menschlicher Souveränität hat in kreativen als auch in alltäglichen Entscheidungen Einzug gefunden. Es bietet sich also an, bei der Reflexion zu CAD, 3D und Raum nicht nur über Aspekte von dreidimensionalem Zeichnen zu sprechen, sondern auch Bezüge zu dem latenten Vektorraum lernender Maschinen zu ziehen. Diese komprimierten Trainingsdaten werden über die Zeit modifiziert, und Raum ist von Zeit hier nicht zu trennen.
Ebenso ist kultureller und militärischer Raum als auch Subjekt und Objekt (‘com.palantir.object.person’, vgl. Patent US2016015485A1) durch kritische Akteure eng verwoben. Dies zeigte die US-amerikanische Künstlerin, Professorin und Aktivistin Sarah Ciston auf der ars electronica in Linz (vgl. aiwar.cloud, Starts Prize der ars electronica 2025) - mit Verweis auf Beziehungen verschiedener Firmen und Institutionen vernetzt mit den existenziell hochkritischen Faktoren der militärischen Projekte (Gotham u.a.) der US-Company Palantir Technologies.
Die Mensch- und Tierwelt überlagert sich ebenfalls mehrschichtig bis zur Unkenntlichkeit und physische (Tier-)Gefangenheit wird hier mit psychischer Menschheit-Maschine-Interaktion mit Blick auf das modifizierte Portrait in mobilen KI-Apps verglichen, wie die brillante ironisch-kritische Studienarbeit zum Eingesperrt-Sein versus Freiheit von Clara Kloiber und ihrem Team zur AdBK Jahresausstellung 2025 mit dem 10-min.-Video ‘Könnten Tiere sprechen’ thematisierte.
Kulturelle Repräsentation, Leerstellen durch fehlende Trainingsdaten, unsichtbare Systemprompts oder Indizien von neofaschistoiden Aspekten bzw. digitalem Kolonialismus haben im Sinne einer Selbstidentifikation unmittelbare Auswirkungen auf unsere Vorstellung dessen, wer wir sind und wie bzw. wo wir wohnen wollen. Nachhaltigkeit in CAD und Entwurf sind mit Fokus auf naturschonendes Bauen sowie im Kontext des kulturellen Bedarfs sozialen Mehrgenerationen-Wohnens zu beurteilen.
Welche Entäußerungen ergeben sich also - neben DIY und 3D-Konstruktion - zum Verlernen im Kontext Schule4 - zur Reflexion der Mensch(heit)-Maschine-Interaktion im Raum (vgl. NONOTAK studio) und zum Hacking ebendieser, bzw. durch ‘Machine Unlearning’ (Simon Weckert)? 4 (vgl. ‘Eva Weinmayr, ‘Diskrimnierungskritik lesen lernen’, AdBK München, 2024)
Mit dem Lasercutter vom ZLF Passau kann zum Seminarende auf Holzplatten ein eigener entstandener 3D-Entwurf als 2D-Grafik konzipiert werden. Dieser kann durch Rasterung und Liniengravur oder Vektorschnitt in 40x40cm-Holzplatten ausgedruckt bzw. digital ausgeschnitten werden.
Das BYOD-Blockseminar findet im ZLF/DiLab in Passau statt.
Literatur/Links
Friedberg, Anne, 2006, The Virtual Window. From Alberti to Microsoft. MIT Press
nonotak.com | Noemi Schipfer, Takami Nakamoto
analognative.net | Simon Weckert
simonweckert.com
thevirtualwindow.net | zu: Anne Friedberg
vectorpea.com | 2D (Vektorgrafik, free, wApp)
editor.graphite.art | 2D (Vektorgrafik, opensource, wApp)
inkscape.org/learn | 2D (Vektorgrafik, free, mit Installation)
tinkercad.com | 3D (free)
blender.org | 3D (free, professional - mit Installation)
docs.blender.org | DOKU zu Blender (Handbuch)
onshape.com | 3D (wApp, mit Registrierung, free f. students)
freecad.org | 3D (opensource - für Produktdesign)
solidedge.siemens.com/en/solutions/users/students/ | 3D (mit Registrierung, free f. students)
designconnected.com/de/catalog/3D-Models/all
designconnected.com/Freebies
designconnected.com/de/Seating/Armchairs/vela-lounge-chair_p3198 | .fbx, .obj
Vela Lounge Chair by Plank Collezioni
designconnected.com/de/Seating/Lounge-chairs/snug-chair_p5116 | SNUG Chair by Abalos
designconnected.com/de/Seating/Seating-objects/illu-armchair_p3466 | ILLU Armchair by Bleu Nature
designconnected.com/de/category/Tables/pants_p3133 | Pants by Melia
